Fridays for Future Demo in Schwerin

Unter dem Motto „Wir sind hier! Wir sind laut! Weil ihr uns die Freiheit klaut“ gingen am 20.09.2019 deutschlandweit im Rahmen von über 500 Demos mehrere Hunderttausend Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf die Straße. Dazu aufgerufen hatte die Popikone der Klimaszene schlechthin – Greta Thunberg. 

Auch in Schwerin fielen in etlichen Schulen wieder die letzten Stunden des Freitages aus, als es zum Streik für das Klima klingelte. Ab 11.30 Uhr begann die Kundgebung mit musischer Untermalung am Südufer des Pfaffenteiches, von dem aus die 1.800 (Offizielle Zahl der Polizei) Teilnehmer dann über den Marienplatz zur Staatskanzlei marschierten und dabei ihrer Unzufriedenheit mit Sprechchören laut Ausdruck verliehen.

Viele Schüler sollen wieder ohne Erlaubnis unterwegs gewesen sein und nahmen ihre Schulpflicht nicht wichtig

Ganz friedlich blieb es aber auch bei diesen Kundgebungen nicht. Mehrere Personen fingen auf Höhe der Commerzbank an, gegen das voraus fahrende Fahrzeug der Polizei zu treten, sodass diese sich gezwungen sah, die Demonstration zu unterbrechen. Teilnehmer zeigten sich gegenüber dem HANSE RUNDSCHAU Reporter geschockt: „Es kann doch nicht sein, dass einige- entschuldigen sie, dass ich das so deutlich sage- Idioten sich nicht unter Kontrolle haben.“ Ein junger Demonstrant äußerte sich mit größtem Unverständnis: „Wir demonstrieren hier friedlich. Das wirft ein schlechtes Licht auf die gesamte Veranstaltung… Geht gar nicht sowas!“

Auch mit Humor wurde argumentiert

Nach rund 10 Minuten und mehreren Hinweisen der Veranstalter konnte es jedoch weiter gehen und kurz vor 13.00 Uhr trafen die Teilnehmer an der Staatskanzlei ein. Der guten Laune tat die vorangegangene kurze Unterbrechung aber keinen Abbruch. Mit etlichen selbstgebastelten Plakaten und Bannern wussten viele Kinder aber auch Erwachsene zu überzeugen. Spannend war hierbei zu beobachten, dass viele Familien an dem Protestlauf teilgenommen haben. Man konnte vom Säugling bis zur Uroma alle Altersklassen finden. Es war ein reger Austausch der Generationen, der durch die Gesänge aufrecht erhalten wurde. 

Auch viele ältere Menschen nahmen an der Veranstaltung teiL

Auch bei dieser Demo unternahmen die veranstaltenden Ortsgruppen der „Fridays for Future“-Bewegung nichts, um sich klar gegen Extremismus abzugrenzen. Ein mehrere Meter langes Transparent mit Symbolen der ANTIFA und antikapitalistischen Wortlauten wurde leider nicht entfernt und thronte über den Teilnehmern. 

Der Protestzug in Schwerin

Nach kurzer Kundgebung vor der Staatskanzlei und einigen gemeinsamen Aktionen ging es über die Schlossstraße und die Mecklenburgstraße dann wieder zum Ausgangspunkt der Demonstration zurück und die Veranstaltung fand ein zufriedenes Ende mit kleinem faden Beigeschmack.

Im Vorfeld kritisierte die AfD die Demonstration in Schwerin. Kreissprecher Martin Schmidt äußerte sich: „Die AfD Schwerin fordert die Stadt und zuständigen Behörden dazu auf, bei der Kundgebung zu kontrollieren, ob sich etwaige Schulschwänzer ihrer Schulpflicht entziehen. Sollten Schüler vorgeben im Rahmen einer Exkursion an der Veranstaltung teilzunehmen, soll genau festgehalten werden, welcher Lehrer die Aufsichtspflicht über welche Schüler hat. Dies sollte den zuständigen Schulleitungen gemeldet werden, so dass geklärt ist, welche Schüler auf Exkursion dort sind und welche Schüler schwänzen.“

Derweil einigte sich die Politik in Berlin auf ein neues Klimapaket. Der Preis für die Erzeugung des Gases CO2 soll im Verkehr und bei Gebäuden – über weiteren Handel mit Zertifikaten neu geregelt werden. Aus Koalitionskreisen erfuhr die Deutsche Presseagentur, dass 2021 mit einem niedrigen Einstiegspreis begonnen werden soll. 2021 sollen auch Kraftstoffe wie Benzin und Diesel um drei Cent teurer werden. Bis zum Jahr 2026 sollen es dann zehn Cent mehr werden.

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