Schwerin: Bizarre Debatte um Offene Gesellschaft

Am 14. Mai 2019 fand im Schweriner Stadtteil Neu Zippendorf, im frisch eröffneten Campus am Turm, eine Veranstaltung der Initiative „Die offene Gesellschaft“ statt. Das fragende Motto der Diskussionsveranstaltung zur mehrtägigen, interaktiven Ausstellung am Pfaffenteich war: „Welches Schwerin wollen wir sein? Die offene Gesellschaft in Bewegung“. Die Initiative Offene Gesellschaft ist Teil des Bundesprogramms „Demokratie leben“ und wird vom Bundesfamilienministerium sowie von verschiedensten Stiftungen und Wohlfahrtsverbänden wie bspw. der Bertelsmann Stiftung und der Diakonie unterstützt.

Begonnen wurde die Veranstaltung mit kurzen Vorträgen verschiedener „Impulsgeber*innen“. In der als Geschichte vorgetragenen Zukunftsvision der beiden Stadtteilmanagerinnen für das Mueßer Holz und Neu Zippendorf tauchte 2040 ein großes, interreligiöses Kulturzentrum, errichtet durch den Islamischen Bund, ebenso auf, wie sommerliche Temperaturen im Dezember aufgrund des Misserfolgs der „Fridays-for-Future“-Demonstrationen. Die Protagonistin fährt von der städtischen Universität durch Grillfeste, interkulturelle Tanzveranstaltungen zu ihrer Penthousewohnung in einem neu belebten Stadtteil, wo sie sich dank eines dann vorhandenen Grundeinkommens nicht bei der Tafel ernähren muss.

In der anschließenden offenen Diskussionsrunde meldeten sich Vertreter verschiedenster Vereine und Gruppierungen zu Wort und präsentierten Lösungsansätze bezüglich der fortschreitenden Segregation in den Stadtteilen. Sie forderten mehr Veranstaltungen, bunte Stadtteilfeste und mehr Gespräche zwischen Menschen.

Auch Parteien und Kandidaten zur Stadtvertreterwahl waren anwesend.
Eine Kandidatin der SPD und Vorsitzende des Ortsbeirats Mueßer Holz beklagte sich über die Probleme in der vorherigen Arbeit ihres Ortsbeirats. Steffen Beckmann, AfD-Kandidat, thematisierte die Probleme der Stadtteile und stellte lösungsorientierte Ideen zur Entwicklung der Viertel vor, deren Attraktivität durch die verstärkte Ansiedlung von Betrieben, Geschäften und Gastronomie innerhalb der bisher nahezu reinen Wohnquartiere gesteigert werden soll.

Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier (SPD) verwies auf die fortdauernd angespannte Kassenlage der Stadt. Er betonte daher, dass die Stärkung der Eigenverantwortlichkeit die wichtigste Aufgabe der örtlichen Vereine sein muss. Mit dem neuen Campus am Turm der Volkshochschule sei hierbei ein wichtiger Schritt gemacht worden.

AS

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