Wirtschaftsminister Glawe zieht positive Bilanz

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) sieht eine positive Entwicklung im Land. Ende 2019 zog er sein Resümee. Die Wirtschaft floriert und die Arbeitslosigkeit sinkt. Ein Grund zur Freude?

Rückschau auf ein erfolgreiches Jahr

Per Pressemitteilung äußerte sich der Minister: „2019 war ein stabiles Wirtschaftsjahr. Die Wirtschaftsleistung in Mecklenburg-Vorpommerns wächst. Die Arbeitslosigkeit sinkt weiter. Unternehmen investieren und schaffen Arbeitsplätze. Das produzierende Gewerbe, die Gesundheitswirtschaft, der Tourismus, der Einzelhandel sowie der Dienstleistungsbereich tragen deutlich zum Wachstum bei. Erfreulich ist, dass vor allem auch im Bereich der maritimen Industrie in diesem Jahr viel passiert ist. Der Bau von Schiffen boomt auf den Werften bei uns im Land. Herausforderungen sind vor allem die Fachkräftesicherung und die Gewinnung von Investoren.“

Glawe: Wirtschaftskraft steigt weiter

Glawe prognostiziert für das Jahr 2020 weiteres Wachstum: „Die Wirtschaftsleistung in Mecklenburg-Vorpommern dürfte auch in 2020 wachsen. Die Geschäfte laufen derzeit in vielen Bereichen der Wirtschaft gut. Die außenwirtschaftlichen Unsicherheiten, wie die Abkühlung der Weltwirtschaft, Handelskonflikte oder der Brexit, können sich vor allem auf die Industrienationen dämpfend auswirken. In unserem Land dominieren die überwiegend binnenwirtschaftlich ausgerichteten klein- und mittelständischen Bereiche. Sie weisen eine gute Auslastung auf. Für das Gesamtjahr 2019 rechnen wir mit einem Wachstum der Wirtschaftsleistung. […] Diese Entwicklung dürfte sich im Jahr 2020 fortsetzen. Wir rechnen mit einem weiterhin robusten Wirtschaftswachstum um die 1,5 Prozent im Jahr 2020“, erklärte Glawe.

Expertenmeinung auf Bundesebene geht in die andere Richtung

Nach Sichtweise von Industriepräsident Dieter Kempf bleibt es für die deutsche Industrie heikel: „Wir befinden uns im Abschwung, eine Bodenbildung ist noch nicht in Sicht.“ Der DIHK-Präsident Eric Schweitzer sagte vor Kurzem, dass sich die Stimmung leicht verbessert habe: „Aber die konkreten Rückmeldungen aus vielen Unternehmen ergeben weiterhin vor allem den Rückschluss: 2020 wird für die deutsche Wirtschaft ein herausforderndes Jahr.“

Sinkende Arbeitslosenzahlen

Die Arbeitslosenquote sank bis November 2019 auf 6,7% in Mecklenburg-Vorpommern. Die Unterbeschäftigtenquote, die alle Arbeitslosen zählt, die in Maßnahmen oder Trainings untergebracht sowie dauerkrank sind, aber auch Personen listet, die über 58 Jahre alt und länger als ein Jahr arbeitslos sind, sank ebenfalls. Sie liegt nun bei 9,4%. Gar nicht erst mitgezählt werden beispielsweise Asylbewerber ohne Arbeitserlaubnis oder Studenten.

Schnappschuss der Bundesagentur für Arbeit (Quelle: auf Tabelle klicken)

Ob die sinkende Arbeitslosigkeit in der Bundesrepublik Deutschland mit guter Wirtschaftspolitik zusammenhängt, ist fraglich. Ein nicht unerheblicher Anteil der Wirtschaftsleistung wird durch die EZB-Niedrigzinspolitik und damit günstige Kredite am Leben erhalten. Auf Pump lebende „Zombie-Unternehmen“, durch Sachwertflucht explodierende Mieten und die Nicht-Verzinsung der Ersparnisse sind Nachteile, die in der öffentlichen Debatte eine untergeordnete Rolle spielen. Letztlich verabschieden sich auch die alten, geburtenstarken Jahrgänge mit altersbedingten Arbeitslosen in den Ruhestand, während immer weniger junge Menschen in die Masse der Erwerbsfähigen und auf den Arbeitnehmermarkt mit tausenden offenen Stellen nachkommen. Dies ist die Kehrseite der Medaille.

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