Wolfsmanagement in M-V: Die Krux mit der Transparenz

Der Wolf kehrt zurück nach Mitteleuropa. Das dürfte mittlerweile eine unabwendbare Tatsache sein und ist letzten Endes, trotz aller Widrigkeiten, für viele erfreulich. Es zeigt, dass die Anstrengungen im Natur- und Umweltschutz, die seit den 1970er Jahren unternommen wurden, ihre Früchte tragen. Darauf kann eine Gesellschaft stolz sein. Und es zeigt ebenfalls, dass Deutschland in Sachen Umweltschutz nicht bei null anfängt, auch wenn das in Zeiten der Klima- und Untergangshysterie gerne dargestellt wird.
Im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Wolfes gibt es viele offene Fragen. Lange Zeit war diese Tierart in Deutschland nicht Gegenstand der Forschung, es gab schlichtweg keinen Anlass. Zwischenzeitlich hat sich in den betroffenen Bundesländern ein versiertes Wolfsmanagement etabliert, mit zum Teil skurrilen Auswüchsen. So hat das Land Niedersachsen aus Steuergeldern einen „Wolfskrankenwagen“ angeschafft, um im Straßenverkehr verletzte Tiere zu versorgen. In Zeiten einer insbesondere im ländlichen Raum ausdünnenden medizinischen Versorgung der Menschen fast schon ein Hohn.
Ein wichtiger Bestandteil des Managements ist die Erfassung der genetischen Profile der Wölfe. Sie sind entscheidend für die Frage wie stabil die Wolfspopulation ist und wie die Verwandtschaftsverhältnisse zu den östlichen Populationen sind. Wichtige Parameter, wenn es darum geht den sogenannten guten Erhaltungszustand zu definieren und in der Konsequenz eine Begrenzung der Anzahl an Wölfen in Deutschland festzulegen.
In Mecklenburg-Vorpommern erfolgt die Probenahme durch ausgebildete und vom Land bestellte Wolfsberater. Die Proben werden an das deutschlandweite Referenzlabor am Forschungsinstitut Senckenberg für Wildtiergenetik geschickt und dort analysiert. Die Ergebnisse allerdings bleiben unter Verschluss. Sie sind nur für einen ausgewählten Personenkreis zugänglich. Da stellt sich die Frage: weshalb?
Kürzlich stellte die AfD-Fraktion im Landtag einen Antrag, dass die Ergebnisse für alle interessierten Bürger einsehbar sein müssen. Dem zuständigen Minister Till Backhaus (SPD) fiel es sichtlich schwer Argumente gegen diesen Wunsch zu finden, mit den Stimmen der SPD, CDU und LINKEN wurde der Antrag schließlich abgelehnt.
Wasser auf die Mühlen aller Kritiker. Was gilt es zu verbergen? Ist die Population weitaus größer und stabiler als behauptet? Hat bereits eine Vermischung, die sogenannte Hybridisierung, mit Haushunden stattgefunden?
Mit Transparenz hat das leider wenig zu tun.

TS

Allgemein, Deutschland, Land und Natur, Meck-Pomm, Politik
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