Zoff bei den Freien Wählern: Wildt gibt nach

Bei den Freien Wählern in Mecklenburg-Vorpommern brodelt es. Bernhard Wildt, Kopf der Freie Wähler/BMV-Fraktion im Landtag, ist als Vize-Landesvorsitzender der Partei zurückgetreten.

Die Ursache dafür sei eine schlechte Beziehung zum Parteichef Gustav Graf von Westarp. Die Ostseezeitung zitiert Wildt: „Ich möchte mit Herrn Westarp nicht mehr in einen Topf geworfen werden.“ Zudem kritisiert Wildt Westarps Führungsstil. Der konkrete Auslöser sei aber Westarps Stellungnahme bezüglich der Krebserkrankung von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) gewesen. Westarp forderte die Ministerpräsidentin quasi auf, ihr Mandat niederzulegen. Dies fand Wildt unschicklich.

Eine zerstrittene Partei – Eine künstliche Fraktion

Der Landesparteitag am 28. September 2019 könnte spannend werden. „Herr Westarp als Landesvorsitzender ist aus meiner Sicht die beste Garantie, dass die Freien Wähler zur Landtagswahl an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.“ wird Wildt in der Ostseezeitung zitiert. Eine breite Personaldebatte scheint unausweichlich.

Auch die Fraktion im Landtag steht schon lange vor der Zerreißprobe. Aus Landtagskreisen heißt es, dass Ralf Borschke und Christel Weißig nicht zufrieden mit ihren FW-Kollegen sind. Beide sind auch bewusst nicht in die Partei Freie Wähler eingetreten, weshalb die Landtagsfraktion den Zusatz „BMV“ (Bürger für Mecklenburg-Vorpommern) behielt. Die ursprüngliche BMV-Fraktion hatte sich im September 2017 aus der AfD-Fraktion im Landtag ausgegründet. Um mehr Fraktionsgelder aus der Landeskasse zu erhalten wurde eine Art Zweck-Fraktion gegründet, obwohl teilweise erhebliche inhaltliche Differenzen bestehen. Für eine Fraktion müssen sich mindestens vier Abgeordnete zusammenfinden, ginge nur ein Abgeordneter, zerbräche die Fraktion.

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